Die Bergpredigt

Eines vorneweg: Jesus richtete sich mit der sogenannten Bergpredigt nicht an die Masse, obwohl viele Menschen sie hörten. Jesus sprach mit Seinen engsten Jüngern und Jüngerinnen. Sie war also eine Botschaft an Seine Nachfolger und keine Botschaft an die „Welt“. Das ist zentral wichtig für ihr Verständnis.

Was der Sohn Gottes auf diesem Berg sprach, galt spezifisch nur für Menschen des Königreiches Gottes. Man kann aus ihr keine Weltpolitik ableiten und keine Moral für eine Gesellschaft.

Die Bergpredigt handelt davon, was es heißt, Ihm nachzufolgen und in Seinem Königreich zu leben.

„Gesegnet sind die Armen im Geiste“, verkündet Jesus. Mir scheint, dass jeder, der die Bergpredigt liest, genau diesen Segen erhält. Man kann sie nicht lesen und am Ende noch überheblich sein oder sich geistlich aufplustern. Im Gegenteil: Wenn man die Kapitel 5-7 bei Matthäus liest, merkt man: „Ich kann das nicht leisten, was Jesus hier verlangt. Ich schaffe das nicht. Ich kann kein „christliches Leben“ führen.“

Erinnern wir uns: Jesus selbst sagte, dass Er aus sich aus nichts vermag. Er tat nur, was Er den Vater tun sah. Er konnte aus sich heraus kein „christliches Leben“ führen, wie es der Bergpredigt entsprochen hätte. Er brauchte den Geist des Vaters, der in Ihm Wohnung nahm. Dieser Geist ermöglichte es Jesus, die Forderungen des Königreiches zu erfüllen. Nur Gott selbst kann das christliche Leben führen.

Zu den Jüngern sagte Jesus sehr prägnant: „Ich kann nichts ohne den Geist des Vaters. Ihr könnt nichts ohne mich (meinen Geist).“

Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, hauchte Er deshalb Seine Jünger an. Er gab ihnen Seinen Geist. So wurde Er für sie, was der Vater für Ihn war – der Geist in ihnen, durch den sie leben sollten! Dies gab ihnen erst die Möglichkeit, Bürger des Königreiches Gottes zu sein und als solche zu leben.

Zur Klärung also noch einmal: Du kannst das christliche Leben nicht führen. So einfach ist das. Nur der erhöhte Christus kann das christliche Leben führen; nur der Vater kann dieses Leben führen.

Versuche es aus eigener Kraft und du wirst schnell merken, dass es frustrierend und nicht machbar ist. „Liebe deine Feinde, vergelte Böses mit Gutem, halte die andere Backe hin etc. etc.“ Versuche das alles aus deiner Kraft heraus und du wirst bald ausgelaugt und enttäuscht umfallen – in diesem Moment wirst du selbst ein „Armer im Geiste“ sein, der gelernt hat, dass er/sie es nicht schafft.

Die Frage an uns ist also nicht, wie wir es schaffen, die Bergpredigt zu leben. Die Frage ist: Wie ist es möglich, den Geist Gottes in und durch uns leben und sich entfalten zu lassen? Wie ist es möglich, Ihm so wenig wie möglich im Wege zu stehen, damit Er sich durch uns ausdrücken kann?

Dabei muss es uns klar sein: Die Bergpredigt richtet sich nicht an mich allein. Sie richtet sich an eine Gemeinschaft, die sich selbst stützt, erbaut und die gemeinsam lernt!

Nur die Gemeinschaft kann dieses Leben führen und das nur, wenn sie sich als Kollektiv vom Heiligen Geist leiten und formen lässt.

Das christliche Leben ist ein Leben in Gemeinschaft und keine Individual-Pilgerreise in den Himmel.

Ein oft geäußertes Argument, wieso wir nicht gemäß der Bergpredigt leben sollten, lautet so: „Aber was wäre, wenn wirklich alle Schweizer/Österreicher/Deutsche so leben würden? Dann würde das System zusammenbrechen! Dann wären wir am Ende…“ Oder mit gängigeren Worten: „Mit der Bergpredigt kann man kein Land regieren.“

Und das stimmt. Aber die Bergpredigt gilt ja auch gar nicht einem ganzen Volk oder einer Nation. Jesus hat die Bergpredigt nicht für Herodes oder Caesar oder die Mächtigen gehalten. Er sprach zu einer kleinen Schar, die Ihm bedingungslos folgte; einer kleinen Schar von Männern und Frauen!

Die Bergpredigt gilt also der Gemeinde, den Nachfolgern Christi, die Ihm loyal und treu sein wollen, die Ihm erlauben wollen, durch sie zu leben. Jesus endet damit, dass die, die sich so verhalten, wie Er es hier sagt, auf ein festes Fundament bauen. Ein Fundament mit Ewigkeitswert.

Für Jesus geht es darum, dass Seine Gemeinde eine leuchtende Stadt auf dem Hügel ist. Die Frage ist nicht, ob die Bergpredigt in weltlichen Belangen funktioniert. Das tut sie nämlich nicht. Aber die Stadt auf dem Hügel zeichnet sich dadurch aus, dass sie ganz anders lebt und handelt als die Welt ringsum. Durch dieses veränderte Leben scheint sie heller auf. Die Umwelt wird auf sie aufmerksam und neugierig.

Indem die Gemeinde völlig konträr zur weltlichen Logik lebt und wirkt, macht Gott auf sich selbst aufmerksam.

Bevor Moses starb, gab er seine letzte Ansprache zum Volk. Er gab dem Volk die Weisungen Gottes weiter. Und er sagte: Wenn ihr so lebt, wie Gott es will, werden die Völker um euch herum ins Staunen versetzt und sie werden zu euch kommen, um zu sehen, was bei euch anders ist. So wird Gott Seinen Segen mehren über die Völker, indem sie von Seinem erwählten Volk lernen, was es heißt, wenn Gott regiert.

Jesus ist der neue Moses, der das neue Gesetz gibt, das aber nicht auf Stein geschrieben wird, sondern durch den Geist in die Herzen der Menschen.

Ein letzter Gedanke: Wenn du wissen willst, wie Gott ist, dann lies die Bergpredigt. SO IST ER! Er liebt Seine Feinde, Er hält die andere Wange hin, Er vergilt Böses mit Guten….

Und Er lebt Sein Leben durch Seine Gemeinde in der Welt. Halleluja!

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