Die Kosten des Königreiches

Es gibt Aussagen von Jesus, die wir einfach ungern hören. Sie passen uns nicht in den Kram. Die folgende Passage ist eine von ihnen. Sie steht in Lukas 41, 25-35:

25 Es gingen aber große Volksmengen mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben[9], so kann er nicht mein Jünger sein; 27 und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? 29 Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden. 31 Oder welcher König, der auszieht, um sich mit einem anderen König in Krieg einzulassen, setzt sich nicht vorher hin und ratschlagt, ob er imstande sei, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend anrückt? 32 Wenn aber nicht, so sendet er, während er noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen. 33 So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. 34 Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? 35 Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Ich will ehrlich sein. Als ich Christ wurde, habe ich die Kosten der Nachfolge nicht berechnet. Ich war einfach nur froh, dass ich ein Kind Gottes sein durfte. Und das war vermutlich gut so. Denn, hätte ich die Kosten damals überschlagen, wäre ich unter Umständen erst gar nicht in die Nachfolge des wahren Königs eingetreten. Vermutlich wäre es mir ergangen wie dem reichen, jungen Mann, dem sein Geld wichtiger war als sein ewiges Erbe.

Die oben zitierte Passage ist radikal. Jesus verlangt alles von uns. Der König sagt, wenn man Ihm nachfolgen will, wenn man in Seinem Reich leben will, dann muss Er die absolute Nummer Eins sein. Man muss bereit sein, alles, wirklich alles, unter den Gehorsam des Königs zu legen. Allein Sein Wille und Sein Befehl zählen.

Das ist etwas, das ich noch nicht von vielen Christen gehört habe. Es ist etwas, das auch nur ungern gepredigt wird. Schnell gilt man als Sektierer oder als Fundamentalist. Man gerät in den Verruf, ein Schwarz-Weiß-Maler zu sein.

Aber es ist eindeutig. Gnade ist niemals billig. Sie ist geschenkt! Nachfolge aber hat ihren Preis.

Jesus hat noch mehrere solcher Aussagen getätigt, die wir aufmerksam lesen sollten. Denn was hat Er uns gelehrt? „Trachtet zuerst nach dem Königreich Gottes und alles andere wird euch dazu gegeben werden“ (Mt 6,33).

Zum Thema Geld und Besitz:

Mt 6,19-24: 19 Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Fraß[6] zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; 20 sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß[7] zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen! 21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. 22 Die Lampe des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge klar[8] ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; 23 wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis! 24 Niemand kann zwei Herren dienen[9]; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon

Lies doch bitte, wenn du Zeit hast auch diesen Abschnitt sorgfältig durch.

Mt 19,16-30: 16 Und siehe, einer trat herbei und sprach zu ihm: Lehrer, was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe? 17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute. Wenn du aber ins Leben hineinkommen willst, so halte die Gebote! 18 Er spricht zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Diese: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben; 19 ehre den Vater und die Mutter; und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! 20 Der junge Mann spricht zu ihm: Alles dies habe ich befolgt[5]. Was fehlt mir noch? 21 Jesus sprach zu ihm: Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe deine Habe und gib den Erlös den Armen! Und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und komm, folge mir nach! 22 Als aber der junge Mann das Wort hörte, ging er betrübt weg, denn er hatte viele Güter. 23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Schwer wird ein Reicher in das Reich[6] der Himmel hineinkommen. 24 Wiederum aber sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich[7] Gottes hineinkommt. 25 Als aber die Jünger es hörten, gerieten sie ganz außer sich und sagten: Wer kann dann gerettet werden? 26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich. 27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird uns nun werden? 28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29 Und ein jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben erben. 30 Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste sein.

Lukas 12,13-30: 13 Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile! 14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich als Richter oder Erbteiler über euch eingesetzt? 15 Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht! Denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe. 16 Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. 17 Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. 18 Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln; 19 und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter liegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich! 20 Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern[6]. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? 21 So ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.

22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt! 23 Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie. Wie viel seid ihr mehr als die Vögel! 25 Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge[7] eine Elle zusetzen? 26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht könnt, warum seid ihr um das Übrige besorgt? 27 Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. 28 Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige! 29 Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe! 30 Denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt; euer Vater aber weiß, dass ihr dies benötigt.

Lukas 14,33: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.

Auch im Bezug zur eigenen Familie macht Jesus eine klare Ansage.

Mt 10,34-39: 34 Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36 und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; 38 und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. 39 Wer sein Leben[11] findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.

All das, was Jesus von Seinen Nachfolgern, von den Bürgern des Reiches Gottes verlangt, ist menschlich nicht leistbar. Wir schaffen das nicht. Dazu sind wir einfach zu schwach. Der Standard Gottes ist überwältigend groß…

Aber Gott belohnt unsere Bereitschaft, es wenigstens versuchen zu wollen, damit, dass Er uns gibt, was Er verlangt. Das nennt sich Gnade.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Karin Koller sagt:

    Ein Trost, dass es anderen auch so geht. Auch ich versuche immer wieder Ihn als meine 1.Person am wichtigsten zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg….

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  2. brigwords sagt:

    ich kann die Liebe Gottes vor allem seit ich Mutter bin, besser verstehen.
    Und die Mutterliebe ist ja nur ein Abklatsch von dem was Gottesliebe ist…
    Aber die Mutterliebe ist schon stark, sie fordert nicht, sie liebt um der Liebe Willen. Sie liebt es zu lieben! Sie wird alles für ihre Kinder tun. Sie freut sich und leidet mit ihnen. Sie hat Angst um sie und ist stolz auf sie. Sie wird nie ein Kind zurückstossen. Und Kinder sind sie von Geburt an und werden es immer bleiben 🙂

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  3. brigwords sagt:

    Seit ich Mutter bin, kann ich Gottes Liebe viel besser verstehen, obwohl die Mutterliebe ja nur ein Abklatsch der Gottesliebe ist.
    Aber sie ist schon stark, sie glaubt und hofft alles, sie fordert nicht, sondern sie liebt um der Liebe Willen. Es ist ihre Bestimmung. Sie liebt es zu lieben und verschenkt sich ganz. Sie gibt die Fülle und ist da in der Not. Sie freut sich und leidet mit dem Kind, sie verurteilt nicht, sondern sie steht immer zu ihrem Kind. Sie kennt es und versteht es. Nie würde sie ihr Kind verstossen, für immer bleibt es Ihres, denn sie hat ihm das Leben geschenkt und es wird immer einen Platz an ihrer Seite haben, so oft es zurückkehrt.

    An eine solche Liebe wird sich auch der allerletzte Sohn und die allerletzte Tochter zurückerinnern

    Frage:
    welches Gottesbild haben wir, bzw. vermitteln wir?
    Eines, dass die Seele an ihr Zuhause erinnert?

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    1. Die Liebe Gottes ist alles-überwältigend und so gewaltig, dass wir sie nie begreifen können…
      Das ist alles wahr.
      Und doch kostet uns das Bekenntnis zu dieser Liebe etwas – denn die Welt als solche leugnet diese Liebe. Der Vater verlangt keine Leistung von uns. Seine Liebe ist kostenlos! Aber die Welt stört sich daran – und das ist mit den Kosten des Königreichs gemeint.
      Ich selbst habe das im Freundeskreis leider erlebt, als ich Christ wurde. Ich habe meine Freunde nicht abgelehnt, aber sie konnten mit mir nichts mehr anfangen….
      Darüber hinaus ist die Liebe Gottes so radikal anders als alles, was wir kennen, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Wir dürfen glücklich sein, dass wir Ihn lieben dürfen, weil Er uns zuerst geliebt hat.

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