Das Gebet im Königreich Gottes

Königreichs-Menschen gehen im Glauben, nicht im Sehen. Das ist unsere größte und schwerste Herausforderung. Unsere physischen Augen zeigen uns ständig, wie die Welt ist. Unser Verstand sagt uns, wie sie sein sollte. Und die Diskrepanz zwischen diesen beiden Zuständen ist so groß, dass wir daran manchmal schier verrückt werden.

Aber genau in diesen Momenten gilt es, standhaft zu bleiben. Es bedeutet, zu beten, zu hoffen und getrost zu warten.

Der Bruder Jesu schrieb in seinem Brief (Jak 1,6-8): Wer bittet, soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben wird. 7 Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn etwas erhalten wird: 8 Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen.

Als Königreichs-Menschen beten wir also im Glauben und im Nichtzweifeln.

Der Zweifel im Gebet macht das Gebet in manchen Fällen nämlich nutzlos. Es hebt das Gesagte auf.

Erinnern wir uns kurz, wie oft Jesus sagte: „Dein Glaube hat dich gerettet/gesund gemacht/geheilt.“  

An anderer Stelle sagt Er sogar (Mk 9,23): „Alles ist möglich dem, der glaubt.“

Ich möchte kurz anhand eines Beispiels illustrieren, was ich meine. Nehmen wir an, ich hätte einen christlichen Bruder, der sein Herz total verhärtet hat. Und nehmen wir nun an, dass mir dieser Bruder wichtig ist. Dann werde ich für ihn beten und zu Gott sagen: „Herr, weiche das Herz von XY auf. Mache es offen für Dein Wirken, Vater…“

Das Gebet, das im Glauben gesprochen wird, endet mit diesen Bitten und vertraut dem Vater im Himmel, dass Er die Worte erhören wird. Während ich es bete, bin ich mir nämlich sicher, dass es Gottes Wille ist, das Herz meines Bruders zu erweichen. Ein verhärtetes Herz ist ja niemals im Sinne Gottes (es sei denn, man heißt Pharao). Dieses Gebet, so verstehe ich die Bibel, hat eine Vollmacht in sich, den Willen des Vaters in der Welt „freizusetzen“.

Das Gebet des Zweifels würde aber hier nicht enden, sondern noch sagen: „Wenn es Dein Wille ist, dann geschehe es.“

Mit diesen Worten drücke ich aus, dass ich Gott nicht wirklich vertraue, dass ich denke, Sein Wille könne auch anders sein (vielleicht sogar zu Ungunsten meines Bruders!). Damit beraube ich das Gebet seiner Kraft.

Für Situationen, in denen wir den Willen Gottes nicht erkennen können, ist es ja durchaus richtig, diesen Nachsatz anzuwenden. Oder wenn wir um etwas beten, von dem wir wissen, dass es Gottes Plan nicht entspricht. Auch dann sollen wir so beten und das Resultat Gott überlassen.

Wenn wir aber Gottes Wille kennen (und in diesem Fall tun wir es eindeutig, wie mir scheint), dann beten wir im Einklang mit Gottes Willen ohne Zweifel, dafür aber im Glauben. Dann lassen wir uns nicht eine Hintertüre zur Nicht-Erhörung des Gebetes offen. Nein, wir gehen im Vertrauen auf Gott auf die Knie und sprechen aus, was Sein Wille ist. Und Er wird eingreifen!

Nun ist es aber so, dass Gottes Zeitplan nicht immer unserem Zeitplan entspricht. Es gibt Angelegenheiten, da zieht sich eine Gebetserhörung ungeheuerlich in die Länge. Ja, manchmal scheint genau das Gegenteil von dem zu passieren, um was wir eigentlich gebetet haben; der Bruder erscheint noch härter und verbitterter zu werden zB.

Aber auch dann hören wir nicht auf zu beten. Denn wir wissen:

Auch wenn wir es nicht sehen, wirkt Gott trotzdem.

Deshalb ruft uns die Bibel zum andauernden Gebet auf. Wir sollen ein anhaltendes Gebet praktizieren und dabei nicht müde werden, nicht aufgeben, nicht lockerlassen. Königreichs-Menschen beten deshalb ständig trotzig gegen die Umstände, frech gegen die Herrschaften und Mächte, unbändig hoffend auf den wahren König, gegen Widerstände, die sie bedrängen, im Wissen: „Nicht dem, der nachhilft, ist alles möglich, sondern dem, der glaubt.“ (Zitat auf einer Spruchkarte)

Die Bibel vergleicht das Beten an vielen Stellen mit einer Geburt. Es geht dem Menschen dabei zeitweise wie einer Frau, die ein Kind gebärt. So eine Frau durchleidet und trotzt den Schmerzen im Wissen, dass etwas Neues entsteht und dass dieses Neue nur durch das Leiden hindurch zum Durchbruch kommt.

Das bedeutet: Wo immer in meinem Leben oder im Leben derer, für die ich mich einsetze, neues erwachsen soll, etwas Neues geboren werden soll, da durchleide ich auch im Gebet teilweise Schmerzen.

Ich bete zum Beispiel für die Umkehr eines Familienmitgliedes zu Gott. Ich leide daran, dass sich bis jetzt so wenig Sichtbares getan hat. Aber ich höre nicht auf, für diese Person einzutreten. Ich weiß, dass Gott diesen Menschen liebt und retten will. Und ich glaube, dass Er ihn retten wird! Gott wird sich ihm so zeigen, dass eine neue Liebe entstehen wird. Aber alles zu Seiner Zeit – und nicht unbedingt zu meiner Zeit.

Egal, was meine physischen Augen sehen, egal, was die Welt sagt, egal, was mir der Feind entgegenhält, ich bin ein Bürger des Königreiches Gottes und lebe aus diesem Glauben …

Denk an die Frau aus Lk 18. Diese Frau will vom Richter Gerechtigkeit. Sie hört nicht auf zu klopfen und zu bitten, bis sie recht erhält…

Jesus sagt im Anschluss an dieses Gleichnis: „Doch wird wohl der Menschensohn, wenn Er kommt, den Glauben finden auf der Erde?“ (Lk 18m8)

Jesus verknüpft das anhaltende Gebet mit Glauben. Wer glaubt, betet. Und wer betet, glaubt. Der Glaube hört nicht auf zu klopfen bis das erhoffte Ergebnis erzielt wurde oder Gottes Wille Gestalt gewonnen hat.

So ist das Gebet im Königreich Gottes.

Zum Thema Heilungsgebet ein anderes Mal…

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