Zusammenarbeit im Königreich

Nach dem letzten Blogeintrag zum Thema „Macht“ könnte man einwenden, dass doch wohl Paulus eine besondere Machtstellung in der jungen Kirche hatte und dass doch zumindest die Apostel von herausragender Autorität waren.

Dieser Einwand ist berechtigt. Ja, den Worten der Apostel wurde viel Gewicht gegeben, da sie Jesus persönlich kannten und Ihn jahrelang begleitet hatten (außer Paulus, der eine eigene Berufungsgeschichte hatte).

Jedoch beanspruchten die Apostel für sich selbst keine Macht. Sie trafen ihre Entscheidungen gemeinsam und ließen sich dabei vom Heiligen Geist führen.

Als sich die Apostel zum Konzil in Jerusalem trafen, schrieben sie im Anschluss einen Brief, in dem es hieß: „Wir und der Heilige Geist haben beschlossen…“ (Apg 15,28)

Die Apostel trafen sich unter der Wirkung des Geistes und so fällten sie Entschlüsse.

Besonders bedeutsam ist aber auch eine andere Tatsache, die tief in der DNA der Kirche verankert sein sollte: Es gab keine Einzelkämpfer im Leib Christi. Es gab keine Superstars oder Super-Prediger. Zwar versuchten immer wieder auch einige Gläubige, Männer in eine besondere Position zu heben, aber Paulus wehrte sich sehr dagegen. In Korinth beispielsweise gab es eine Gruppe, die sich zu Apollos bekennen wollte – dieser war so ein wortgewandter, kluger Redner! Andere bekannten sich zu Petrus – der war so ein guter Evangelist und Menschenfischer. Wieder andere hielten sich zu Paulus – er war so voller Erkenntnis und Einsicht in die himmlischen Dinge!

Paulus schreibt in diese Situation: 1.Kor 1,13:

Kann man Christus etwa auf diese Weise aufteilen? Wurde ich, Paulus, für euch gekreuzigt? Wurde irgendeiner von euch auf den Namen von Paulus getauft?

Wenn wir uns die Briefe und die Zeugnisse des Neuen Testamentes sehen, erkennen wir, dass es tatsächlich keine Einzelkämpfer gab. Die 72 Jünger wurden zu zweit ausgeschickt:

Lk 10,1: Daraufhin wählte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und schickte sie zu zweit voraus in alle Städte und Dörfer, die er aufsuchen wollte.

Paulus selbst war immer in Begleitung unterwegs:

Apg 13,2: Eines Tages, während diese Männer einen Gottesdienst hielten und fasteten, sprach der Heilige Geist: »Ihr sollt Barnabas und Saulus für die besondere Aufgabe freistellen, für die ich sie ausersehen habe.«

Ja, sogar seine Briefe schrieb er nicht alleine sondern immer in Zusammenarbeit mit anderen.

1.Korinther 1,1: Dieser Brief ist von Paulus, der durch den Willen Gottes zum Apostel von Christus Jesus berufen wurde, und von unserem Bruder Sosthenes.

Röm 16,22-24: Auch ich, Tertius, der ich diesen Brief für Paulus geschrieben habe, grüße euch in der Verbundenheit im Herrn. Gajus lässt euch grüßen, bei dem ich zu Gast bin und in dessen Haus sich die Gemeinde versammelt. Erastus, der Schatzmeister der Stadt, sendet euch seine Grüße, ebenso wie Quartus, ein Bruder im Glauben

2.Kor 1,1: Dieser Brief ist von Paulus, der durch Gott zum Apostel für Christus Jesus berufen wurde, und von seinem Mitarbeiter Timotheus.

Philipper 1,1: Paulus und Timotheus, Knechte Christis Jesu….

Kolosser 1,1: Paulus und Timotheus…

1.Thess 1,1: Paulus und Silvanus und Timotheus…

2.Thess 1,1: Paulus und Silvanus und Timotheus…

Selbst die beiden großen Apostel Petrus und Johannes werden uns immer wieder im Doppelpack gezeigt. Auch sie waren keine Solisten.

Apg 3,1 Eines Nachmittags gegen drei Uhr gingen Petrus und Johannes in den Tempel, um am Gebet teilzunehmen.

Apg 3,3 Als er Petrus und Johannes sah, die gerade den Tempel betreten wollten, bat er auch sie um etwas Geld.

Apg 3,4

Petrus und Johannes blickten ihn aufmerksam an, und Petrus sagte: »Sieh uns an!« Apg 3,6 Doch Petrus sagte: »Ich habe kein Geld für dich. Aber was ich habe, gebe ich dir. Im Namen von Jesus Christus von Nazareth: Steh auf und geh!«

Apg 3,11 Sie liefen hinaus zur Säulenhalle Salomos, wo der Geheilte sich dicht bei Petrus und Johannes hielt, und alle staunten über das Wunderbare, das dort geschehen war.

Apg 4,1 Während Petrus und Johannes noch zu der Menge sprachen, kamen die obersten Priester, der Hauptmann der Tempelwache und ein paar Sadduzäer zu ihnen herüber.

Apg 4,2 Als sie hörten, wie Petrus und Johannes lehrten, dass es eine Auferstehung der Toten gebe, und zum Beweis dafür auf Jesus verwiesen, waren sie höchst beunruhigt

Apg 4,13 Die Mitglieder des Hohen Rats waren erstaunt, wie furchtlos und sicher

Petrus und Johannes sprachen, denn sie konnten sehen, dass sie ganz einfache Männer ohne besondere Bildung waren. Außerdem wussten sie, dass diese Männer dem engsten Kreis um Jesus angehört hatten.

Apg 4,15 Also schickten sie Petrus und Johannes hinaus und berieten sich.

Apg 4,19 Doch Petrus und Johannes erwiderten: »Was meint ihr, will Gott, dass wir euch mehr gehorchen als ihm?

Apg 5,29 Doch Petrus und die Apostel entgegneten: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apg 8,14 Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass das Volk in Samaria die Botschaft Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes.

Apg 8,17 Petrus und Johannes legten den Gläubigen nun die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

Ich glaube, es steckt ein tiefer Sinn dahinter, dass Christen nicht alleine arbeiten. Christus drückt sich durch die Unterschiedlichkeit der Gaben und Menschen in der Gemeinde aus. Es wäre überheblich, wenn man einer Einzelperson zuschreiben würde, dass sie alles in sich vereint, was zum christlichen Leben nötig wäre. Nur gemeinsam bringt der Dienst bleibende Früchte.

Umso erstaunlicher ist es, wie viele christliche Einzelkämpfer es dennoch gibt. Auch in der Kirche, in der ich meinen Dienst tue, werden Prediger alleine ausgesendet und nicht in einem Team. Das ist schade und so eigentlich biblisch nicht zu begründen.

 

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