Was wir brauchen…

Es ist einfach zu sagen, dass wir als Christen unter der Herrschaft Gottes leben, dass wir unser Leben im Königreich Gottes führen, dass wir vom Dunkel ins Licht gerückt wurden. Es ist einfach zu sagen, dass wir durch Jesus befreit und erlöst sind von den Ketten, die uns an das Weltsystem binden. Es ist sogar einfach, all die christlichen Lieder zu singen, in denen gesagt wird:

  • Gott, wir geben Dir alles.
  • Gott, Du bist alles für uns.
  • Nur Dir allein gehört, wer wir sind und was wir haben.
  • Meine Freude ist nur in Dir, oh Herr.

All das ist einfach.

Wieso tun wir Christen uns aber dennoch so schwer, Jesus wirklich völlig zu vertrauen, Ihm bedingungslos nachzufolgen und Ihn mehr zu lieben als alles andere auf dieser Welt?

Wenn wir die Evangelien lesen und die Berufungsgeschichten der ersten Apostel, dann versetzt uns das ins Staunen. Jesus kommt zum Zöllner Matthäus/Levi und sagt: „Folge mir nach.“ Er lässt sofort alles stehen und liegen und folgt Jesus.

Als Jesus an Andreas und Simon vorbeiläuft, sagt Er: „Folgt mir nach.“ Und sie lassen, ohne zu zögern, ihre Boote und ihren Vater zurück. Wie ist das möglich? Was war passiert? Was hatten diese Menschen, das uns fehlt?

Eines können wir von vornherein ausschließen. Die Apostel folgten Jesus nicht, weil Er optisch besonders schön oder außergewöhnlich war. Er war ein ganz normaler Mann. Das merken wir zum Beispiel daran, dass Judas den Soldaten durch das Zeichen des Kusses zeigen musste, welcher der Männer im Garten Gethsemane Jesus war. Wäre Er von optisch außerordentlich gewesen, hätte es dieses Zeichen wohl nicht gebraucht.

Wenn es aber nicht Sein Äußeres war, was war es dann?

Ich bin nach sorgfältiger Prüfung dieser Frage davon überzeugt, dass sie eine Offenbarung der Herrlichkeit und wahren Schönheit des Christus erhalten hatten.

Sie hatten etwas von der Wirklichkeit erkannt, die Er verkörperte. Aber das, was sie erkannt hatten, durfte nicht nur einmalig geschehen. Sie brauchten immer wieder Einblicke in das Wesen ihres Meisters.

Nehmen wir nur mal das erste Wunder zur Hand, das uns im Johannesevangelium berichtet wird. Da ist eine Hochzeit. Der Bräutigam hat die Pflicht, die Gäste bestmöglich zu versorgen. Doch der Wein geht aus. In einer Ehren- und Schamgesellschaft ist dies eine Katastrophe. Der Bräutigam macht sich lächerlich. Er wird zum Gespött, wenn die Gäste dies merken. Seine Ehe beginnt mit einer Schande!

Doch dann tritt Jesus auf. Er verwandelt Wasser in Wein. Der Bräutigam kommt um die Schande herum. Aber nicht nur das. Der Wein ist von äußerster Qualität. Er ist köstlicher als jeder andere Wein. Der Bräutigam wird nicht nur vor der Scham bewahrt. Er gilt jetzt als genialer Gastgeber! Den besten Wein hat er am Ende servieren lassen. So ist Jesus!

Er verwandelt Scham in einen Sieg!

Joh 2,11: „Das tat Jesus als Anfang der Zeichen in Kana in Galiläa, und Er offenbarte Seine Herrlichkeit, und Seine Jünger glaubten an Ihn.“

Die Jünger waren Ihm schon gefolgt. Sie hatten schon ihr altes Leben hinter sich gelassen. Sie hatten schon etwas in Ihm erkannt, das nicht von dieser Welt war. Doch jetzt glaubten sie an Ihn. Sie hatten eine tiefere Offenbarung erhalten.

Auch die Diener auf dem Fest hatten gesehen, dass der Wein ausgegangen und dass ein Wunder geschehen war. Der Bräutigam war sich bewusst, was hier geschehen war. Der Mundschenk war Zeuge der ganzen Aktion. Doch von ihnen heißt es nicht, dass sie zum Glauben an Christus kamen. Nur von den Jüngern wird dies ausgesagt, nur Ihnen wurden die Herzensaugen geöffnet. Nur durch die Offenbarung der Herrlichkeit Jesu wurden sie befähigt zu glauben!

Ähnlich erging es Paulus, der schrieb in Galater 1,15-16: Als es aber Gott gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, in mir seinen Sohn zu offenbaren, damit ich ihn unter den Völkern verkünde, da zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate….

Was wir brauchen, um Jesus nachzufolgen, ist eine solche neue Offenbarung! Wir müssen erkennen, wie schön und herrlich Christus ist. Aus eigener Anstrengung sind wir nicht dazu in der Lage, alles für Ihn zu geben!

Was wir können, ist lediglich mit leeren Händen vor Gott zu treten und für uns zu bitten, was Paulus für die Gemeinde erbat:

Eph 1,18: Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt…

Ja, Herr, erleuchte unsere Augen des Herzens, damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind, welchen Reichtum die Herrlichkeit schenkt. Lass uns die Schönheit Deines Sohnes erkennen, damit wir ganz für Ihn und durch Ihn leben lernen!

Dann wird es uns ergehen, wie Jesaja, der in einer Vision vor dem Himmelsthron stand (Jes 6,1):

„In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel.“ Joh 12, 41 sagt, dass Jesaja in diesem Moment die Herrlichkeit Jesu Christi sah.

Als das geschah, war Jesaja schon ein Prophet. Er sprach schon im Namen Gottes. Er war ein Mann, der dem Volk sagte, es könne nicht mit ihm rechten.

Aber jetzt geschah etwas Gewaltiges. Er erhielt einen Einblick in die Schönheit des Königs.

Am Ende vertraute er sich mit Haut und Haar dem König der Könige an. Als dieser fragt, ob es einen Menschen gibt, den Er aussenden könne, sagte Jesaja: „Hier stehe ich! Nimm mich!“

Gott hatte ihm noch nicht gesagt, wohin er zu gehen habe, was er zu sagen habe, was die Zukunft für ihn bereithalte. Aber das war auch nicht nötig. Der Einblick in die Herrlichkeit und Schönheit Gottes hatte ihm gereicht. Er vertraute völlig. Er ließ alles zurück und folgte nach!

Das Leben als Bürger des Königreiches Gottes ist einzigartig und schön. Aber um dieses Leben leben zu können, um uns ganz Gott hinzugeben, um uns mit allem, was wir sind und haben, auf Jesus auszurichten, benötigen wir die Offenbarung der Herrlichkeit des Sohnes Gottes. Möge Gott uns diese Offenbarung schenken!

 

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