Zu den Anfängen und Prinzipien

Die lateinische Bibelübersetzung „Vulgata“ übersetzt die ersten Worte der Bibel mit „In principio creavit Deus caelum et terram“. = „Am/im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

In principio heißt: am Anfang, im Anfang. Principio ist aber mehr als nur der Anfang. Principio ist auch die Grundlage, das Prinzip, das Fundament.

Es ist fundamental grundlegend, dass wir anerkennen, dass Gott die Welt erschaffen hat. Es ist aber noch mehr, das grundlegend ist für unser Weltverständnis. Dazu lesen wir das erste Kapitel der Bibel.

Sechs Mal steht in diesem Kapitel „Und Gott sah, dass es gut war.“ (Vers 4, 10, 12, 18,21, 25). Es ist gut, dass die Schöpfung Licht und Dunkelheit hat; Wasser und Himmel; trockenes Land und Vegetation. Es ist gut, dass Lichter am Himmelszelt sind, Vögel durch die Lüfte fliegen und Fische im Wasser schwimmen. Es ist gut, dass verschiedene Tiere und der Mensch das Land bevölkern.

Als Gott Sein Werk beendet und als alles seinen Platz und seine bestimmte Ordnung hat, ist es sogar „sehr gut“.

Unser Verlangen nach einer besseren Welt findet hier ihren Ursprung. Wir sehnen uns nicht nach einem besseren Ort, weil die Welt in sich fehlerhaft wäre, sondern weil sie in sich sehr gut war – und es jetzt leider nicht mehr ist. Wir sehnen uns nach einem Zustand, den es schon einmal gegeben hat und der verloren gegangen ist.

Wieso diese Welt nicht mehr das ist, was sie einmal war, erfahren wir erst später.

Im ersten Kapitel der Bibel lesen wir, dass Gott den Menschen mit einer besonderen Funktion ausstattet. Er soll nämlich Gottes Repräsentant (Sein Abbild) auf Erden sein. Er soll im Namen und im Auftrag Gottes regieren. Diese Würde hat kein Tier, kein Gestirn und auch sonst nichts. Der Mensch allein ist geschaffen zum Bilde Gottes – der Mensch allein ist mit diesem Auftrag „ausgesondert“ aus der übrigen Schöpfung und ausgestattet mit Autorität über sie. Das hat einen bedeutsamen Grund.

Obwohl die Welt nämlich sehr gut ist, ist sie noch nicht vollständig. Der Mensch und die Tiere sollen sich erst noch vermehren und die Erde erfüllen.

Genesis 1 lehrt uns, dass die Schöpfung erst dann ihre Möglichkeiten völlig ausschöpft, wenn alle Lebewesen sich entfalten und vermehren. Vögel sollen den Himmel erfüllen, Fische das Meer usw. Und der Mensch soll als Repräsentant Gottes für die nötige Ordnung sorgen.

Der Auftrag, die Erde zu erfüllen, trägt nämlich in sich ein kritisches Potential. Wenn sich die Lebewesen ausbreiten und der Platz enger wird, kommt es zwangsläufig zu Reibungsflächen. Die Welt ist schließlich nicht unendlich groß. Die Aufgabe des Menschen wäre es, hier für Frieden, Ordnung und Harmonie zu sorgen.

Das meint der Herrschaftsauftrag, den Gott der Menschheit gibt; und zwar der ganzen Menschheit, also allen Menschen. Diese Aussage ist in der Antike einzigartig. Herrschaftsaufträge hatten zur damaligen Zeit die Könige, die Pharaonen und vielleicht einige Priestergeschlechter. Die Bibel aber sagte, dass die Herrschaft allen Menschen übergeben wurde, unabhängig von Hautfarbe, sozialer Schicht, Herkunft, Sprache und Geschlecht. Alle Menschen waren damit betraut.

Lesen wir die Verse 26 -28 genau:

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Zwei Mal bestätigt der Text, dass der Mensch zum Bilde Gottes geschaffen wurde. Und beide Male sagt der Text, dass der Mensch die Herrschaft über die Erde ausüben soll.

Nicht ein einzelner Mensch, nicht eine Klasse von Menschen, sondern die Menschheit im Gesamten ist hier gemeint; Frauen ebenso wie Männer.

Mit anderen Worten: Sonne und Mond werden diese Aufgabe nicht übernehmen. Kein Tier, kein Götze, kein Steinbild, nichts wird hier einspringen und dem Menschen diese Verantwortung abnehmen. Nur der Mensch hat die Möglichkeit und die Autorität, die es braucht, um die Welt so zu organisieren, wie Gott es vorgesehen hat.

In diesem Sinn ist er Abbild Gottes. Leider hat er das bis heute nicht wirklich begriffen und beutet die Welt aus, anstatt gut über sie zu regieren, sie zu bebauen und zu bewahren.

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