Christi Himmelfahrt

Hast du dich schon mal gefragt, wann die Jünger und Jüngerinnen eigentlich verstanden haben, wer Jesus wirklich ist?

Sie waren drei Jahre mit Ihm unterwegs und haben erlebt, wie Er Menschen heilte, wie Er Dämonen austrieb, wie Er die Obrigkeit durch Sein Auftreten gegen sich aufbrachte, wie Er predigte… aber haben sie wirklich erkannt, wer Er ist? Nein. Sie dachten noch immer in ihren eigenen Kategorien. Sie hatten immer noch ihr eigenes Bild vom „Messias“ in ihren Köpfen. Sie wunderten sich noch immer, wieso Jesus nicht endlich die Römer vertrieb. Sie forderten Ihn auf, Feuer vom Himmel fallen zu lassen, um unbußfertige Städte zu vernichten. Sie fragten sich nach der Stillung eines Sturmes: „Wer ist das denn, dass Ihm sogar die Wellen gehorchen?“

Sie waren so sehr geprägt von ihren eigenen Vorstellungen, dass sie Jesus so sahen, wie sie Ihn sehen wollten.

Hat Petrus, als Er das Bekenntnis „Du bist der Sohn Gottes“ aussprach, begriffen, was Er damit sagte? Nein. Denn noch in der Nacht, als Jesus verraten wurde, wollte er nicht akzeptieren, dass sein Messias so etwas erleiden musste. Das sprengte seinen Verstand und seine Vorstellungskraft.

Wer kann es ihm verübeln, diesem Petrus? Seit Jahrhunderten warteten die Juden auf den versprochenen König. Seit Jahrhunderten waren sie unterdrückt und wollten doch nur eines: Freiheit! Und jetzt kam da dieser eine und Er zeigte, dass Er Macht hatte! Ja, den könnte man sich als neuen König und Befreier gut vorstellen. Der konnte sogar Brot vermehren und den Hunger stillen.

Als Jesus mit Seinen NachfolgerInnen in Jerusalem einzog, da jubelte Ihm das Volk zu. Endlich ist Er da! Hosianna! Aber verstanden sie, wer da wirklich kam? Nein. Sie hielten Ihn einfach für einen großen Propheten und Gottesmann, für einen Gesandten und Gesalbten. Sie packten Ihn in eine gedankliche Schublade, die viel zu klein war. Deshalb konnten dieselben Menschen nur wenig später schreien: „Kreuzigt Ihn!“ Denn einen, der ihre Erwartungen enttäuschte, konnten sie nicht gebrauchen.

Als Jesus gefoltert und gekreuzigt wurde, erkannten die Jünger da, wer Er war? Nein. Sie rannten davon. Das, was niemals passieren durfte, dass ihr Befreier nämlich in Gefangenschaft geriet und starb, das überforderte sie. Selbstverständlich überforderte es sie!!

Als Jesus auferstand und die Jünger besuchte, als sie mit Ihm aßen und tranken und sprachen, erkannten sie da, wer Er wirklich war? Nein. Noch immer nicht.

Aber dann geschah etwas Unfassbares: Der Mann, mit dem sie unterwegs gewesen waren, den sie gehört, gesehen und berührt hatten, mit dem sie gegessen hatten – dieser Mann wurde vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben. Dort setzte Er sich zur Rechten Gottes!

Zuvor noch hatte Er ihnen gesagt: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden!“

Als Jesus das sagte, da wussten sie noch nicht, was das wirklich heißen soll. Schließlich war Er ja immer noch, obwohl auferstanden und verwandelt, doch immer noch eine Person hier auf der Erde.

Aber als sie sahen, wie Er neben dem Vater im Himmel Platz nahm, da erkannten sie: Das ist der König der Welt!!! Ja, Er hat alle Macht! Ja, Er regiert! Ja, mit Ihm kann es niemand aufnehmen!

Christi Himmelfahrt ist ein wichtiges Datum! Hier wird der König inthronisiert. Hier besteigt Jesus den Platz, der Ihm allein gehört. Jetzt übernimmt Er das Regiment! Ab jetzt wird regiert!

Stell dir das mal vor. Du bist eine der Jüngerinnen oder einer der Jünger. Du hast die letzten Jahre mit Jesus verbracht. Du hast Seinen Tod miterlebt und Seine Auferstehung. Er ist dir begegnet und hat versucht, dir so manches zu erklären. Aber es bleibt doch alles so rätselhaft! Das, was Er sagt, ist zu groß für dich. Du kannst es nicht fassen.

Was sollte das heißen, als Jesus sagte: „Der Vater und ich sind eins“?

Oder was bedeutet es, dass dieser Auferstandene alle Macht im Himmel und auf Erden hat? Wie soll das gehen, wo Er doch gerade vor dir steht? Ist das vielleicht nur bildhaft gesprochen und meint eine tiefere Weisheit?

Du kannst dir nicht vorstellen, wer Jesus wirklich ist.

Doch dann wird der Himmel aufgerissen und du erhältst einen kurzen Einblick in den Thronsaal Gottes. Und dort ist ein Stuhl frei neben dem Allmächtigen! Und vor deinen Augen wird Jesus emporgehoben. Vor deinen Augen nimmt Er Platz auf dem Sitz der Macht!

Jetzt erkennst du: Ich habe die letzten Jahre mit dem König der Könige verbracht!!! Er war mehr, als ich jemals geahnt habe. Er ist mehr als nur mein Messias, mein Erlöser, mein König, der König der Juden. Er ist der König der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Welt!

Von nun an regiert Er! Er hat das Zepter in die Hand genommen! Nichts geschieht, ohne dass Er es weiß und in Seinen guten Plan einbaut.

Christi Himmelfahrt! Jesus ist König! Jesus herrscht!

Es ist nötig, dass wir das wissen! Heute mehr denn je! Wir Christen müssen uns das immer wieder bewusst machen: Jesus ist König!

Jesus sprach zu Seinen JüngerInnen: „Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Es waren nur wenige Männer und Frauen, die den Auftrag bekamen, die GANZE WELT zu Jüngern zu machen und sie ALLES zu lehren.

Doch sie wussten, Er regiert und ist mit uns!

Und sie wussten noch eines: Er wird einen Helfer schicken, den „parakleten“, mit dessen Hilfe und Leitung alles möglich sein wird!

Jetzt, da Er auf dem Thron saß, wussten sie: Er wird Seine Versprechen wahrmachen… doch noch konnten sie sich nicht vorstellen, wie das mit dem Heiligen Geist funktionieren soll.

Aber sie würden es bald erfahren…

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