Geboren 1900

Heute erhielt ich ein gerahmtes Bild, die Erinnerung an eine Konfirmation im Jahre 1917 eines Mannes aus Herisau. Geboren wurde er im Jahre 1900. Angesichts der Nachrichten der letzten Monate, in denen unsere Politiker immer wieder von einer „nie dagewesenen Situation“ und einer „völlig neuen Dimension der Herausforderung“ gesprochen haben, habe ich mir meine Gedanken gemacht.

Was muss ein Mann, der 1900 geboren wurde und vielleicht bis ins Jahr 1980 oder 1990 lebte alles miterlebt haben.

So ein Mann hat den ersten Weltkrieg erlebt, den ersten globalen Krieg in dem unfassbar abscheuliche Waffen eingesetzt wurden – doch der Krieg ging vorbei und sein Leben ging weiter.

1929 hat er eine Weltwirtschaftskrise erlebt – doch sie ging vorbei und sein Leben ging weiter.

1933 kam es zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und 1939 zum zweiten Weltkrieg – doch der Krieg ging vorbei und sein Leben ging weiter.

Am Rande hat er zwischen 1918 und 1939 von folgenden Kriegen gehört:

1917–1923Russischer Bürgerkrieg
1918–1920Lettischer Unabhängigkeitskrieg
1919/20Ungarisch-Rumänischer Krieg
1920Polnisch-Litauischer Krieg
1919–1921Irischer Unabhängigkeitskrieg
1920Türkisch-Armenischer Krieg
1920/21Polnisch-Sowjetischer Krieg
1922/23Irischer Bürgerkrieg
1926–1929Guerra Cristera
1931Mandschurei-Krise
1932–1934Kolumbianisch-Peruanischer Krieg
1932–1935Chacokrieg
1934Österreichischer Bürgerkrieg
1934Saudi-Jemenitischer Krieg
1935/36Italienisch-Äthiopischer Krieg
1936–1939Spanischer Bürgerkrieg

Nach dem zweiten Weltkrieg hörte der Mann, der 1900 geboren wurde, vom Griechischen Bürgerkrieg, vom Französichen Indochinakrieg, vom Koreakrieg, vom Algerienkrieg, vom Sueskrieg, vom Vietnamkrieg etc.etc.etc. – doch sein Leben ging weiter und die Kriege endeten.

Was hat so ein Mann alles gehört und gelesen und miterlebt!?! Dazu fällt mir ein Text von Malcolm Muggeridge ein, der 1903 geborden wurde und 1990 starb. Muggeridge war ein bekennender Atheist und Marxist, bis er auf einer journalistischen Reise durch Russland und die Ukraine die Realität des Stalinismus kennenlernte. Er schrieb:

„Wir blicken zurück auf die Geschichte, und was sehen wir? Weltreiche steigen auf und fallen wieder in sich zusammen, es gibt Revolutionen und Gegenrevolutionen, Reichtum kommt und Reichtum geht wieder. Shakespeare schrieb schon vom Aufstieg und vom Fall der Großen. Wie die Ebbe und die Flut unter dem Einfluss des Mondes stehen, werden auch sie hin -und herbewegt.

Ich schaue zurück auf meine eigenen englischen Landsleute. Sie haben einmal ein Viertel der Welt dominiert und die meisten waren davon überzeugt, dass dies so weitergehen wird. Sie drückten das mit den Worten, eines immer sehr beliebten Liedes aus, „der Gott, der sie mächtig gemacht hat, sie noch mächtiger machen kann.“

Ich habe gehört, wie ein verrückter, hirnrissiger Österreicher (Hitler) hinausschrie, in dieser Welt ein Reich aufzurichten, dass tausend Jahre dauern würde.

Ich habe einen italienischen Clown erlebt (Mussolini), der sagte, er würde einen neuen Kalender starten, der mit dem Beginn seiner schrecklichen Macht beginnen würde.

Ich habe auch von einem massenmörderischen georgischen Dieb im Kreml (Stalin) gehört. Ihm wurde von der intellektuellen Elite der Welt zugejubelt, er wäre weiser als Salomo, humaner als Marcus Aurelius und aufgeklärter als der große Inder Ashoka.

Ich habe ein starkes Amerika gesehen, dass im Bereich der militärischen Waffenstärke mächtiger als der Rest der Welt ist. So dass das ganze amerikanische Volk davon geträumt hat, sie hätten Cäsar oder einen Alexander den Großen im Bereich der Eroberungen in der Welt weit übertroffen.

Alles in einer menschlichen Lebenszeit, alles in einer menschlichen Lebenszeit vergangen. Verweht vom Wind.

England ist jetzt Teil einer kleinen Insel vor der Küste von Europa, es ist zerstückelt und konstant vom Bankrott bedroht.

Hitler und Mussolini sind längst tot, sie sind eine Erinnerung der unvorstellbaren Schande.

Stalin war selbst ein verbotener Name in dem Regime, dem er dazu verhalf drei Jahrzehnte zu regieren.

Amerika wird durch die Angst getrieben, die Energie zu verlieren, die den Lärm auf seinen Autobahnen nährt.

Und auch der Rauch der Erinnerung legt sich auf das katastrophale Eingreifen damals in Vietnam.

Denken wir auch an die Siege der Don Quijotes aus den Medien, deren Windmühlen von der Watergate-Affäre angetrieben wurden.

Alles in einer menschlichen Lebenzeit, alles in einer menschlichen Lebenzeit vergangen. Verweht vom Wind.

Hinter den Trümmern dieser mächtigen Übermenschen und selbstherrlichen Politiker steht jedoch eine gigantische Person, von der, durch die und in der alle Menschen allein Frieden finden können: die Person Jesus Christus. Ich stelle ihn euch vor als den Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Evelyn Hebeisen sagt:

    Wow…Habe grad deinen Text gelesen. Ja, ein Menschenleben 70, 80, 90 manchmal auch nur 43 Jahre…und es passieren so furchtbare Dinge und die Menschen leben ihr Leben einigermassen gut weiter….und doch fällt es mir oft schwer, einfach auf JESUS zu schauen & vertrauen, wenn mir mein eigener Alltag zu viel wird, weil es in meiner eigenen Welt durcheinander geht, wenn es immer wieder Dinge hat, die mir alles durchkreuzen, wenn ich einfach nie vorrätig Kraft habe, wenn mein Boden immer wackelt….da kann ich die grosse weite Welt nicht noch in meinen Blickwinkel nehmen, sehe nicht, dass es den Menschen in den Slums oder in den Bürgerkriegen oder in den Hungernöten oder in den Heuschreckenplagen….noch viiiel schlechter geht und ich einfach unendlich DANKBAR sein darfsollkann, weil ich ALLES habe…bis gsägnet!!!

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