Vom Reden

„Einer belügt den anderen, mit glatter Zunge lobt man einander, aber im Herzen spielt jeder ein doppeltes Spiel.“ Psalm 12,3

Die Bibel ist voll von Hinweisen darauf, dass wir unsere Zunge in Zaum halten sollen. Unser Ja soll ein Ja sein, unser Nein ein Nein. Wir sollen nicht lügen. Wir sollen nicht einmal schwören.

Die Menschen sollen uns Christen als Menschen der Wahrhaftigkeit kennen lernen, die es nicht nötig haben zu schwören, weil wir bekannt dafür sind, dass unsere Worte halten. Wenn sie uns sprechen hören, dann sollen sie erkennen, dass wir es auch so meinen. Ja ist ja. Nein ist nein. Sie müssen deswegen unsere Meinung noch lange nicht teilen, aber sie sollen die Gewissheit empfinden, dass auf unser Wort Verlass ist.

Und doch müssen uns Jesus und die Apostel in der Bibel immer wieder auch ermahnen. „Hört auf, euch gegenseitig zu belügen. Ihr habt doch euer früheres Leben mit allem, was dazugehörte, wie alte Kleider abgelegt.“ (Kol 3,9)

Immanuel Kant machte es klar: „Die Lüge ist der eigentliche faule Fleck in der menschlichen Natur.“

Wir leben in einer Zeit, in der dieser faule Fleck zum Alltagsgeschäft der Politik und Wirtschaft gehört; von den a-sozialen Medien ganz zu schweigen.

Man flunkert hier, man übertreibt dort, man unterschlägt hier ein paar wichtige Fakten und relevante Details. Bilder werden aufgehübscht, Unliebsames wird mit ein paar Mouse-Klicks entfernt.

Die Gesellschaft weiß nicht mehr, woran sie ist. Es herrscht ein großes Gefühl der Verlorenheit und des Misstrauens. „Man kann sowieso niemandem mehr glauben“, hörte ich neulich wieder jemanden sagen. „Wir werden von allen Seiten angelogen…“

„Die Lüge ist der eigentliche faule Fleck in der menschlichen Natur.“

Doch Christen sind eine neue Natur, eine neue Schöpfung. Sie haben das Alte abgelegt und Christus angezogen. Deshalb gilt ein neuer Anspruch.

Wenn sich die Menschen auf niemanden mehr verlassen können, dann wenigstens auf uns und unser Wort.

Wenn man schon von allen Seiten belogen wird, dann wenigstens nicht von uns.

Aber ist das auch so? Sind wir solche Menschen der Wahrheit?

Wenn schon Paulus die Kolosser ermahnen musste, wie sehr müsste er dann uns ermahnen?! Nehmt euch bitte Zeit, über folgende Bibelverse zu meditieren:

Spr 18,21: Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge.

Prediger 10, 12-15: Ein weiser Mensch wird geachtet für seine Worte; aber ein Dummkopf richtet sich durch sein Gerede selbst zugrunde. Wenn er den Mund aufmacht, hört man nichts als dummes Geschwätz – es bringt nur Unheil und Verblendung! Ja, solch ein Mensch redet ununterbrochen. … Das viele Reden macht den Dummkopf bloß müde. Nicht einmal den Weg in die Stadt findet er!

Mt 5, 34-37: Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Eph 4,29: Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe!

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