Vom Schmerz

Röm 8,17: „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden.“

Ohne Schweiß, kein Preis.

Ohne Kreuz, keine Krone.

Ohne Leid, keine Herrlichkeit.

So einfach ist das wohl.

Jeder Schmerz, jeder Konflikt, jedes Leid in unserem Leben als Nachfolger Jesu und als Kinder Gottes ist ein Leiden mit und für Jesus Christus. Er lebt in mir. Ich lebe in Ihm. Sein Schmerz ist mein Schmerz. Mein Schmerz ist Sein Schmerz. Zwischen Ihn und mich passt kein Blatt, seit Er mit Seinem Geist Wohnung in mir genommen hat. Noch das kleinste Leid, das ich verspüre, widerhallt in Ihm!

Ich bin überzeugt, dass Paulus in Röm 8,17 tatsächlich JEDES Leiden (Zahnschmerzen oder einen verstauchten Zeh inklusive) meinte und nicht nur die Leiden, die direkt aus der Nachfolge kommen (Verfolgung etc).  

Der Weg in die Herrlichkeit, da ist Paulus klar und deutlich, geht durch das Leid hindurch und nicht am Leid vorbei! Das bedeutet nicht, dass der Weg zu unserem ewigen Erbe nur und ausschließlich Leid ist. Nein. Der Weg ist auch wunderschön und voller Segen, voller Siege und Triumphe, voller Durchbrüche und Überraschungen, voller Wunder und göttlicher Zeichen. Aber der Weg in die Herrlichkeit schließt das Leiden IMMER mit ein. Wir müssen es nicht suchen, es liegt am Wegesrand oder wirft sich uns in die Beine.

Es gibt keinen leidfreien Zugang zu unserem ewigen Erbe. Wir sind noch in der Welt, auch wenn wir nicht mehr von der Welt sind.

Apg 14,22b: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.“

Es gibt keinen anderen Weg.

Aber wieso ist das so? Wieso hat Gott es so in Seinen Plan eingebaut?

Röm 5,3: „… wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“

Gott lässt Leiden im Leben von Christen zu, weil sie uns geistlich stärker machen. Aber nicht nur das.

2.Kor 1,8: „Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt…“

Wir stehen in Bedrängnis, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns setzen, sondern auf Ihn! Ihn allein!

Leiden bedeutet immer auch, dass wir versucht sind, unseren Glauben und unsere Hoffnung in Gott zu schwächen oder gar zu verlieren. Es bedeutet aber immer auch, dass Gott unseren Glauben und unsere Hoffnung in Ihn stärken kann!

Wie wir mit Schmerzen und Leiden umgehen, legt Zeugnis von unserer Gottesbeziehung ab. Für uns selbst und für andere.

Verfluchen wir Gott im Schmerz – oder rufen wir Ihn um Seine Hilfe an?

Haben wir einen Geist der Angst – oder einen Geist der Kindschaft, der „Abba, Vater“ ruft?

Glaube ist der einzige Weg in die gute Ewigkeit des himmlischen Vaters, das wissen Christen rund um den Globus – und dieser Glaube wird gestärkt in Bedrängnissen.

Ich habe zwei Möglichkeiten in meinem Leiden und in den unermesslichen Schmerzen, die ich momentan durchleide. Ich kann Gott verfluchen – oder mich auf Ihn fallen lassen!

An meinem Verhalten zeigt sich, wessen Geist in mir wohnt. Und genauso an deinem.

John Newton erzählte eine kurze Geschichte über unseren Umgang mit Leid als Christen. Ich versuche sie zu paraphrasieren.

Wir befinden uns im 18. Jahrhundert. Ein Mann hat von einem riesigen Erbe erfahren, das er in New York erhalten soll. Sagen wir, es war 10 Millionen Dollar wert. Er fährt mit seinem Pferdewagen nach New York. Einen Kilometer vor New York bricht ihm ein Rad ab. Den letzten Kilometer muss er zu Fuß gehen.

Was würden wir von diesem Mann halten, wenn er den letzten Kilometer ständig vor sich hin jammerte: „Mein Wagen ist kaputt! Mein Wagen ist kaputt!“, wo ihn doch ein riesiges Erbe erwartet? „Gott sollte meinen Wagen reparieren. Es ist so unfair, dass ich hier zu Fuß gehen muss…“ Das nennt die Bibel „murren“.

Wir alle sind auf dem letzten Kilometer. Unser Leben ist kurz. Es ist nur ein Kilometer und wir sind am Ziel.

Wie aber verbringen wir diesen Kilometer? Murrend? Oder vorausschauend auf das Erbe, das uns erwartet?

Mein Schmerz lässt mich nicht immer jubeln, ich will ehrlich sein. Es gefällt mir nicht, dass ich mich zeitweise kaum rühren kann und jede Bewegung schmerzt.

Aber ich bete, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verliere und weiß: Nur noch ein Kilometer! Nur noch ein Kilometer! Und ich werde alles zurückerhalten, was mir genommen wurde – meine Gesundheit, meine Kraft, meine Freiheit und noch viel mehr. Entweder noch in diesem Leben durch Gottes wunderbares Eingreifen oder im Leben bei und mit Gott.

Röm 8,18: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

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