Vom Schmerz II

Nicht nur ist unser Leiden leicht im Angesicht des ewigen Erbes und der Herrlichkeit, die die Kinder Gottes erwartet. Es ist bedeutungsvoll!

Jedes unserer Leiden ist voller Bedeutung! Es ist nicht umsonst. Es ist nicht sinnlos!

Das sind harte Aussagen. Ich weiß. Wir assoziieren ja Leid meistens mit Sinnlosigkeit. Der Tod der Menschen in Wien beim Terroranschlag – sinnlos. Der Tod des Tsunamis vor einigen Jahren – sinnlos. Der Tod so vieler Menschen mit Covid19 – sinnlos.

Aber die Bibel sagt: Das Leiden der Kinder Gottes ist niemals sinnlos! Niemals!

2. Kor 4,17: „Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit…“

Was für eine Aussage! Unsere Bedrängnis ist nicht nur leicht und zeitlich. Nein. Sie schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, was Paulus hier behauptet. Er sagt nicht, dass auf die Bedrängnis die Herrlichkeit folgt. Das wäre ja an und für sich schon schön und tröstend genug! Er sagt: Die Bedrängnis SCHAFFT eine ewige und gewichtige Herrlichkeit.

Die Bedrängnis bringt die Herrlichkeit hervor. Sie produziert sie quasi. Was jetzt zeitlich und leicht ist, wird durch sie ewig und gewichtig!

Jede Sekunde unseres Schmerzes und unseres Leidens bringt einen ganz bestimmten Aspekt der Herrlichkeit hervor! Wenn das stimmt, was Paulus sagt, dann ist kein Moment unseres Leidens sinnlos.

Wenn das stimmt, was Paulus sagt, dann bewirkt unser Schmerz gerade in diesem Moment etwas grandioses und ewiges.

Natürlich kann ich das Resultat jetzt, mitten im Schmerz, weder sehen noch fassen – aber das ändert nichts an der Wahrheit.

Johannes der Täufer zum Beispiel saß im Gefängnis – er hatte den weltlichen König öffentlich für seine Vergehen angeprangert. Ich stelle mir vor, wie er im Verließ saß und sich überlegte, wie denn jetzt endlich das Königreich Gottes anbrechen würde. Der Messias war bereits da, es geschahen Zeichen und Wunder, den Armen wurde das Evangelium gebracht…

Da kamen Henker herein und sagten, er solle sich hinknien. „Was ist geschehen?“ fragte er. Einer der Henker antwortete: „Nun. Die Tochter des Königs hat getanzt und der König hat ihr versprochen, sie könne sich wünschen, was sie wolle. Er würde den Wunsch erfüllen. … Die junge Dame will deinen Kopf auf einer Silberschale. Knie hin und wehre dich nicht.“

Was für ein sinnloser Tod, nicht wahr?!? Da tanzt ein Mädchen vor dem König und ein paar Minuten später ist der größte Prophet aller Zeiten tot. Wenn das mal nicht absurd ist! So etwas kann doch nicht sein. So etwas darf doch nicht sein. Was kann sinnloser sein als so ein Tod – geköpft und dem Publikum präsentiert, weil eine junge Frau erotisch getanzt hat.

Ich hoffe, dass Johannes in seinen letzten Sekunden, bevor ihm der Kopf abgetrennt wurde, wusste: „unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit…“

Dieser Tod ist nicht sinnlos – nicht im Königreich Gottes!

Schauen wir deshalb nicht auf das Äußere. Schauen wir nicht auf die Umstände. Sonst kommen wir nur zum Aufschrei: „Das ist doch sinnlos! Es ist so sinnlos!“

Schauen wir deshalb lieber auf das Ewige! Nichts ist sinnlos bei Gott! Nichts ist sinnlos im Königreich Gottes! Gott sorgt dafür, dass keines unserer Leiden jemals folgenlos bleibt. „Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit…“

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