Von Wundern und Hoffnung

In meinem letzten Blog habe ich von Krankheiten rund um den Apostel Paulus beschrieben und versucht, die Frage zu beantworten, ob wir als Christen letztendlich an Wunder glauben oder an einen Gott, der Wunder tut.

In diesem Blog möchte ich einen Schritt weitergehen und die Frage stellen: Auf welcher Grundlade erwarten wir von Gott, dass Er eingreift und Wunder wirkt?

Smith Wigglesworth schrieb (und ich kann diese Aussage zu 100% unterstützen): „Ich glaube, das Wort Gottes ist so mächtig, dass es jedes Leben verwandeln kann. In Gottes Wort ist die Kraft, nicht Existentes hervorzurufen. In den Worten aus seinem Mund liegt ausführende Kraft. Der Psalmist sagt uns: „Er sandte sein Wort und machte sie gesund“ (Psalm 107,20). Glaubst du, das Wort habe an Kraft verloren? Ich sage dir, das ist nicht der Fall. Gottes Wort kann heute ebenso Dinge zustande bringen, wie es das in der Vergangenheit getan hat.“

„Sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund“, sagte der Hauptmann zu Jesus (Mt 8,8).

Es ist wahr. Nur ein Wort aus Gottes Mund kann alles verändern! Gott spricht und es wird. Was Er will, geschieht.

Gottes Wunder zeigen sich in der Bibel und sie zeigen sich seit 2000 Jahren weltweit, wo Menschen für Kranke beten, Hände auflegen und Dämonen austreiben.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott auch mich heilen kann. Aber es liegt nicht an mir, dieses Wunder herstellen oder herbeizwingen zu wollen. Es muss in Seinem Plan liegen.

Wenn man mir sagt, es liege an meinem Glauben, ob ich geheilt werde oder nicht, dann muss ich antworten: „Das ist mir zu schwer!“ Ich kann diesen Glauben in dieser Situation nicht erzeugen. Im einen Moment glaube ich fest, dass ich gesund werde. Im nächsten Moment sehe ich die Auswirkungen der Krankheit auf meinen Körper und der Glaube schwindet.

Nicht umsonst listet Paulus den Glauben als Geistesgabe auf (1.Kor 12,9) und zwar in einem Atemzug mit der Geistesgabe der Heilung. Paulus meint hier nicht den Glauben an Christus als Erlöser. Er meint hier, soweit ich das sehe, den Glauben in einer ganz spezifischen Situation.

Wir kennen Christen, die folgendes erlebt haben. Sie begegneten schwer kranken Menschen, die vom Tode gezeichnet waren. Sie sahen sie an und erkannten die Schrecklichkeit der Krankheit. Doch von einem Moment auf den anderen hatten sie den Glauben und die Gewissheit: „Du wirst gesund.“ In diesem Moment konnten sie vollmächtig beten und Heilung über der Person aussprechen und ein Wunder erleben.

Das gibt es. Halleluja!

Auf der anderen Seite stehen Beispiele, die ich selbst erlebt habe und die mich schmerzen. Menschen, von denen ich überzeugt war, dass sie leben würden, starben trotz Gebet und Flehen.

Aber lasst mich euch von der Bethel Church erzählen. Ich liebe diese Kirche, weil sie an den Gott der Wunder glaubt – wenngleich ich auch viele theologische Bedenken in Bezug auf ihr Wohlstandsdenken habe. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Diese Kirche hat jahrzehntelang das Glaubens-Evangelium gepredigt – „glaube und du wirst gesund.“ Sie hat unzählige großartige Dinge erlebt. Sie hat sich das Ziel gesetzt, die Heimatstadt Redding krebsfrei zu machen. Doch dann erkrankte der Seniorpastor, der Vater des heutigen Pastors Bill Johnson, an Krebs. Wie kein anderer glaubte er an Wunder und an Heilung. Das ganze christliche Repertoire wurde bei ihm ausprobiert: Er wurde gesegnet. Es wurde gesungen. Es wurde der Teufel weggewiesen. Es wurden Hände aufgelegt, Buße getan und proklamiert.

Am Ende starb der Mann an Krebs.

Wieso? Hatte er zu wenig geglaubt? Nein.

Hatte die Gemeinde zu wenig geglaubt? Nein.

Wieso also dann? Wir haben keine Ahnung.

Die Bethel-Church hat jedoch aus dem Tod ihres Pastors etwas gelernt. Die Wunder hängen nicht von der eigenen Fähigkeit ab, sondern von der Gnade Gottes. Die Kirche kann nicht Wunder herbeiglauben und herbeiprophezeien. Sie kann nur im Gehorsam gegenüber Gott beten und hoffen.

Noch immer ist es das Hauptanliegen dieser Kirche, Menschen zu heilen und zu Jesus zu führen. Aber sie ist barmherzig geworden. Sie sucht nicht mehr nach Gründen, wieso manche Menschen nicht geheilt werden und manche schon. Sie sucht keine Schuldigen mehr. Sie akzeptiert die Realität. Manche werden geheilt. Manche nicht. Wieso das so ist, kann nur Gott beantworten.

Selbst der „erfolgreichste“ Heilungsevangelist unserer Zeit, Randy Clark, musste das in einem seiner Bücher einräumen.

Wenn ich mir die Faktenlage ansehe, meine Lieben, dann freut mich das. Es entlastet. Ich bin nur ein Mensch. Doch Gott ist Gott. Wenn Er ein Wort spricht, so geschieht es.

Ich darf mich ganz in Seine Hand fallen lassen und Ihm die Kontrolle übergeben.

Und so kann ich getrost beten:

„Ich warte hoffend, Herr, auf dich; du, Herr, mein Gott, wirst mich erhören.“ (Ps 38,16)

„Denn du bist meine Zuversicht, Herr HERR, meine Hoffnung.“ (Ps 71,5)

„Ich aber will immer voll Hoffnung warten und will immer deinen Ruhm vermehren.“ (Ps 71,14)

„Erhalte mich durch dein Wort, damit ich lebe; und lass mich nicht zuschanden werden.“ (Ps 119,116)

Und genauso ist es auch mit allen Menschen, die heute für Kranke beten oder die selbst krank sind. Ihr dürft hoffend beten. Ihr dürft Werkzeuge Gottes sein. Aber ihr dürft das Ergebnis Gott überlassen. Am Ende ist Er für das Ergebnis verantwortlich – und nicht ihr.

„Es gibt Zeiten, da wirkt alles wie tiefschwarze Nacht und es nichts als das Vertrauen auf Gott. Dann brauchst du die Zuversicht, dass er nicht versagen wird, nicht versagen kann. Deinen Gefühlen zu vertrauen, wird dich nirgendwo hinbringen. Aber es gibt etwas, was tausendmal besser ist als Gefühle – das Wort Gottes voller Kraft.“ (S.Wiggelsworth)

Ja, das Wort Gottes ist voller Kraft.

„Herr, sprich nur ein Wort, so wird dein Knecht gesund.“

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Josef sagt:

    Grosses AMEN

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  2. Ursula Fröhlich sagt:

    Danke lieber Christian, sei gesegnet mit Gottes tiefem Frieden, immer wieder. herzlich, Ursula Fröhlich

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