Zwischen Leben und Tod

Die meisten von uns feierten am 24.12. die Weihnacht und genossen am 25. Die Ruhe nach dem Sturm. Doch schon heute denken wir an Stephanus, den ersten christlichen Märtyrer.

So nahe liegen Leben und Tod im Kirchenjahr zusammen. Am 24.12. noch die Geburt, das Fest des Lebens des Mannes, der von sich sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Und an anderer Stelle: „ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Und am 26.12. der Tod des Stephanus.

Zwischen Leben und Tod nur ein Tag. (für jene, die Weihnachten erst am 25.12. feiern, ist es nicht mal ein Tag, sondern nur eine Nacht)

Im Kirchenjahrskalender steckt viel Weisheit.

Es ist doch tatsächlich so, dass zwischen der Geburt und dem Tod nicht mehr liegt als ein Tag; eine unvorstellbar kurze Zeitspanne jedenfalls.

Als Stephanus gesteinigt wird, als er dem Tod ins Auge blickt, als ihm die mordgierigen Menschen Steine an den Körper und Kopf schmeißen, blickt er auf und sieht den Himmel offen. Dort sieht er Jesus zur Rechten Gottes stehen. Im Neuen Testament erhaschen manche Menschen einen Blick in den himmlischen Thronsaal und jedes Mal wird gesagt, Jesus sitze zur Rechte Gottes. Nur hier, als Stephanus stirbt, da steht Jesus. Er hat sich vom Thron erhoben. Ich stelle mir vor, wie Er die Hände ausbreitet, um Seinen Nachfolger willkommen zu heißen und in die Arme zu schließen.

Stephanus starb einen grausamen Tod, doch er wusste, wohin seine Reise führte. In diesem Wissen konnte er sogar noch für Vergebung für seine Mörder bitten, mitten im tödlichen Steinhagel.

Wir haben keine bleibende Stätte auf dieser Welt. Das wissen wir. Leben und Tod sind nah beieinander. Aber wir wissen genau wie Stephanus, was uns erwartet.

Deshalb kann später auch Paulus mehrfach darauf hinweisen, wie er das Leben versteht. Es ist ein Wettlauf mit einem Ziel. Es ist ein guter Kampf des Glaubens. Er erwartet einen Siegeskrank, wenn er durch die Todestüre schreitet – ja, sogar die Krone des Lebens wird ihm dann aufgesetzt werden. Er wünscht sich dabei sehr, endlich bei Jesus zu sein und einen neuen, vollendeten Körper zu erhalten. Er ist sich gewiss, dass dieses Leben auf der Erde nur ein Schatten des Zukünftigen ist.

Er weiß, das wahre Leben ist ihm garantiert, wenn er nur bis am Ende an Jesus festhält.

Nur ein Tag zwischen Leben und Tod. Nur ein Tag. Aber auf welches Ziel rennen wir zu? Welchen Kampf kämpfen wir? Was erwarten wir? Wonach sehnen wir uns?

Als Jesus vor der Kreuzigung mit den Jüngern sprach, sagte Er: „Wenn ihr mich lieben würdet, würdet ihr euch freuen, denn ich gehe zum Vater.“

Denn dort ist es besser als hier. Dort ist das, was hier nur schattenhaft gezeichnet ist, vollkommen. Dort ist das Ziel. Dort ist der Kampf zu Ende. Dort wartet eine ewige Krone auf uns.

Ich erwarte, die meisten von euch dort wiederzutreffen. Haltet durch im Glauben. Bleibt treu!

Es ist nur ein Tag zwischen Leben und Tod. Macht was draus, das für die Ewigkeit zählt.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Martin sagt:

    DANKE Christian …- danke für Alles!

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  2. Gaby sagt:

    Danke Christian, ich freue mich, dich wiederzusehen. Liebe Grüße von Gaby

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  3. Ursula Fröhlich sagt:

    Ja und nochmals ja zu deiner Botschaft. Und gleichzeitig weiss ich gar nicht was schreiben. Du Christian in deiner Situation, wo Leben und Tod existentiell messerscharf beieinander sind und wir (ich nehme an, die allermeisten), bei denen diese beiden auch nur „1 Tag“ auseinander liegen und doch so weit weg sind. Ja Herr, lass uns treu sein bis wir für immer ganz bei dir sind, mach uns wachsam und liebesfähiger. Christian und Michaela: eine herzliche Umarmung, wir sind mit euch, heute und auch morgen! Jesus stärke euch und lindere die Schmerzen. Shalom

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